Gewalt kann jeden treffen, ganz besonders Frauen
Gewalt kann jede Frau treffen – unabhängig von Alter, Herkunft, sozialem Hintergrund oder Lebenssituation.
Leider existiert in vielen Köpfen immer noch das gewisse “Rollenbild”, dass der Mann in der dominanteren und die Frau in der untergeordneten Rolle zu sehen ist. Vor allem still und heimlich – im häuslichen Umfeld, bleibt das leider nach außen oft lange ungesehen.
Aber auch in der Familie, am Arbeitsplatz, im öffentlichen und digitalen Raum manifestieren sich diese veralteten Machtstrukturen auf unterschiedlicher Weise. Ob als systematische Herabwürdigung im Kollegenkreis, als Grenzüberschreitung auf offener Straße oder in Form von gezieltem Cyberstalking im Netz: Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter und beginnt weit vor dem ersten physischen Übergriff.
Das Fatale daran ist die gesellschaftliche Normalisierung, die Betroffene oft in die Isolation und das Schweigen drängt.
Das Team der Sozialarbeiterinnen im PVZ Traun unterstützt in allen Lebenslagen und möchte aktuell das Thema Gewaltschutz aufgreifen. Als erste Anlaufstelle für Patient:innen kann gerne auch das Beratungsangebot der Sozialarbeiterinnen genützt werden – natürlich vertraulich und kostenlos!
In Österreich gibt es eine klare Regelung: Jede Form von Gewalt ist verboten und strafbar! In Österreich gibt es außerdem das Gewaltschutzgesetz, welches Personen auch vor häuslicher Gewalt schützt. Jede Person hat das Recht, auf ein gewaltfreies Leben!
Doch was ist Gewalt überhaupt?
-körperliche Gewalt (z.B. Treten, Stoßen, Schlagen, Würgen)
-psychische Gewalt (z.B. beschimpfen, bedrohen, erniedrigen, ständige Abwertung, Missachtung)
-sexualisierte Gewalt (z.B. unerwünschte Berührungen, Küsse, sexuelle Belästigung und Nötigung, Vergewaltigung, alle sexuellen Handlungen gegen den eigenen Willen)
-wirtschaftliche Gewalt (z.B. Geld wegnehmen, Verweigerung des Zugangs zu Geld, Verbot arbeiten zu gehen, Verbot eines eigenen Bankkontos, Verheimlichen von Einkommen und Vermögen)
-Belästigung und Stalking (z.B. häufige und unerwünschte Anrufe, SMS, Briefe oder E-Mails, ständiges Beobachten und Verfolgen, anhaltende Beschimpfung und Bedrohung)
-Cyber-Gewalt (z.B. Standortüberwachung, Hass-Kommentare auf Social Media, Identitätsdiebstahl durch Fake-Profile)
Jede Frau sollte wissen: Du bist nicht allein! Du hast Rechte! Du kannst dir Hilfe holen!
Dafür gibt es verschiedene Schutz- und Hilfsangebote für Personen, die von Gewalt betroffen oder bedroht sind.
Gewalt ist NIE die Schuld des Opfers.
Hilfe zu suchen ist ein Zeichen von Stärke!
Alle Hilfsangebote in Österreich sind vertraulich, anonym und kostenlos!
Hilfe und Unterstützung in der Region:
Bei akuter Gefahr gilt immer: Rufen Sie die Polizei unter 133 oder 112
-Frauenhelpline: 0800/222 555 – Erreichbarkeit 0-24 Uhr an 365 Tagen im Jahr zusätzlich Onlineberatung möglich: http://www.haltdergewalt.at
-Frauenhelpline Relay-Service für gehörlose Mädchen und Frauen: https://www.relayservice.at/
-Gewaltschutzzentrum Linz: 0800 700 217 (österreichweite Nummer) oder 0732/607760
-Frauenhaus Linz: Notruf 0732/606700 – Erreichbarkeit 0-24 Uhr an 365 Tagen im Jahr
-Autonomes Frauenzentrum: 0732/602200
-Linzer Frauengesundheitszentrum: 0664/3985003
-Frauenberatungsstelle BABSI Traun: 07229/62533
-Kinderschutzzentrum Linz: 0732/781666
-Opfernotruf: 0800/112112 – Erreichbarkeit werktags von 8-20 Uhr
-Rat auf Draht (für Kinder und Jugendliche): 147 oder Chatberatung unter: rataufdraht.at
-Männernotruf (für Täter oder Personen in Krisen): 05 76 77 – Erreichbarkeit täglich von 0-24 Uhr
-Männerinfo Krisenhelpline: 0800/400777